16/02/2026 0 Kommentare
Karl Jenkins - Stabat Mater
Karl Jenkins - Stabat Mater

Der walisische Komponist Karl Jenkins (*1944) schafft Klangwelten, in denen Einflüsse außereuropäischer Musikkulturen mit Elementen aus Pop-, Film- und klassischer Musik westlicher Prägung zu einer harmonischen Sprache verschmelzen.
Seine Komposition Stabat Mater, die 2008 in Liverpool uraufgeführt wurde, basiert auf dem gleichnamigen mittelalterlichen Hymnus Stabat mater dolorosa, der das Leid Marias angesichts des gekreuzigten Sohnes beschreibt. Jenkins erweitert das lateinische Gebet um Texte aus Kulturen und Sprachen des Nahen Ostens – etwa um die arabisch vorgetragene Anrufung Bete für uns, o heilige Maria oder den Satz And the mother did weep, der zugleich auf Englisch, Latein, Griechisch, Aramäisch und Hebräisch erklingt. Ergänzend greift er auf Dichtungen mit Bezügen zum altbabylonischen Gilgamesch-Epos und auf Texte des persischen Mystikers Rumi zurück und stellt sie neben liturgische Stücke wie das Ave verum corpus sowie ein neu verfasstes englisches Klagelied.
Musikalisch vereint Jenkins Elemente geistlicher Chormusik mit den Klangfarben orientalischer Musiktraditionen. Verzierte Gesangslinien, das melancholische Timbre der armenischen Duduk und der ostinate Rhythmus arabischer Rahmentrommeln verweben sich zu einem spirituellen Klangkosmos. So entsteht ein Werk, das kulturelle Vielfalt hörbar macht und sich zu einer universellen Klage über Leid und Trauer verdichtet – eine bewegende Meditation über Menschlichkeit und Mitgefühl.
Dieses außergewöhnliche Stabat Mater können Sie auch am Karfreitag (3. April) um 15 Uhr in der Dorfkirche Marienfelde hören.
Hier geht es zum Online-TICKETSHOP.
(Die graphische Gestaltung erfolgte durch Anna von Garnier auf der Grundlage eines Fotos von Mohsen Karimi.)
Kommentare